TEL AVIV

by Nom Nom in


Als Pendant zum religiösen Jerusalem, der Hauptstadt von Israel, gilt Tel Aviv als lebhafte und mondäne Oase, wo die Nacht zum Tag gemacht wird. Das Leben findet vorwiegend auf der Strasse und am Strand statt. Der pulsierende Küstenabschnitt, schafft einen Kontrast zum vom Bauhaus geprägten Stadtbild. Der lange Sandstrand wirkt wie ein goldenes Tor, welches sich zum Meer hin öffnet. Im alltäglichen Geschehen, der Kunst und der Küche Tel Avivs, treffen jüdische, arabische sowie europäische Einflüsse aufeinander. Verschiedene Traditionen verschmelzen und werden zu einem Ganzen. Über die Jahre hat sich daraus ein eigener Lifestyle entwickelt, von dessen Leichtigkeit und Schwung man schon nach kurzer Zeit getragen wird. 

Die ethnische Vielfalt in Tel Aviv spiegelt sich insbesondere in der originellen Hybridküche wieder. Alle Küchen verändern sich ständig, aber die israelische, wurde geschichtlich bedingt durch die Vielzahl der Einwanderer von besonders vielen Kulturen geprägt. Verwendet wurde schon einst, was die eigene Landwirtschaft hergab; viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Eier und Gewürze. Ursprüngliche und pure Produkte werden überraschend kombiniert und in Kreationen verwandelt, welche genau durch ihre Einfachheit so brillant erscheinen. Besonders die vegetarischen Gerichte sind wahre Freuden für die Geschmacksknospen. Fleisch und Fisch sind zwar wichtig, aber nicht unverzichtbar. Frisches Gemüse wird zu jeder Mahlzeit gegessen. Bereits zum Frühstück werden währschafte Gerichte wie Hummus oder Shakshuka, eine würzige Gemüsepfanne aus Tomaten, Paprika und gestockten Eiern zubereitet.

Am besten startet man den Tag am Carmel Market. Der üppige Lebensmittelmarkt lässt einen komplett eintauchen in die Geschmackswelt des mittleren Ostens. Bunt und ausgelassen geht es zu und her. Zur Meeresbrise mischt sich der Duft von Gewürzen und frischen Backwaren. Fladenbrot, Blätterteiggebäck, Baklava oder Burek türmen sich in allen Formen und werden laut feilgeboten. Man könnte sich problemlos den ganzen Tag den Magen mit Gebäck, Falafel, Sabich und frisch gepresstem Granatapfelsaft vollschlagen. Es lohnt sich bei einem der Stände zu stoppen, um Halva zu probieren. Die Süssigkeit wird aus Sesam hergestellt und mit Nüssen oder anderen Aromen verfeinert. Besonders empfehlenswert ist Halva-Glacé, welches in fast jeder Gelateria angeboten wird.

Etwas abseits des Rummels der Marktstände, in der Strasse parallel zum Carmel Market (Gedera Street) geht es gemütlicher zu und her. Kleine Strassenkcafés mit üppig bewachsenen Terrassen, laden ein zum gemütlichen Verweilen, bevor es am Nachmittag in Jaffa, der Altstadt am Flohmarkt, weitergeht mit Stöbern und Erkunden der Relikte von einst. Wem es nach Kunst und Krempel wieder nach einer süssen Pause gelüstet, findet mit Malabi, einem Milchpudding mit süssem Sirup und Nuss-Topping, Erfüllung. Im HaMalabia, so sagt man, gibt es eines der besten Malabis. Mit den langen Tischen und Brettspielen ist der Ort ein beliebter Schattenplatz als Alternative zum Strand, um die Zeit bis zum Sonnenuntergang vergehen zu lassen, bevor es auf geht ins turbulente Nachtleben Tel Avivs.